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Testtag 2: Ärztliche Untersuchung

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Autor: Mark & das Plakos Team

9. Juli 2026

Der Autor: Mark Drebinger

Mark Drebinger beschäftigt sich seit fast 15 Jahren intensiv mit Einstellungstests, Auswahlverfahren und Karrieremöglichkeiten im öffentlichen Dienst. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf den Bewerbungs- und Auswahlprozessen bei Polizei, Bundeswehr, Zoll, Feuerwehr und Justiz. Im Rahmen seiner Arbeit analysiert er regelmäßig Auswahlverfahren, computergestützte Einstellungstests, Assessment-Center-Formate, Sporttests sowie strukturierte Interviews und psychologische Eignungsdiagnostik. Auf mehreren spezialisierten Fachportalen veröffentlicht er Inhalte rund um Bewerbung, Einstellungstest und Karriere im Staatsdienst. Ziel seiner Arbeit ist es, Bewerberinnen und Bewerbern einen realistischen Einblick in Auswahlverfahren zu geben und sie gezielt auf die Anforderungen im öffentlichen Dienst vorzubereiten.

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Das erwartet dich bei der ärztlichen Untersuchung der Polizei

Am zweiten Testtag des Auswahlverfahrens der Polizei wird mit allen Bewerbenden eine ärztliche Untersuchung durchgeführt. Diese soll die gesundheitliche und physische Tauglichkeit für den Polizeidienst prüfen. Die Durchführung der polizeiärztlichen Untersuchung erfolgt gemäß den spezifischen Richtlinien der „Eignungsprüfungsverordnung – Inneres“ und umfasst mehrere medizinische Untersuchungen. Zudem ist es erforderlich, am Tag der Untersuchung das ausgefüllte Formular „Bestätigung vor der Ergometrie sowie Schwangerschaft und Sehbehelfe“ vorzulegen. 

Gesundheitliche Eignung für den Polizeidienst

Die ärztliche Untersuchung bei der Polizei erfolgt stets nach den einschlägigen Bestimmungen des Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich (BGBl II 400/2012). Das bedeutet, dass der Polizeiarzt oder die Polizeiärztin die medizinische Untersuchung nach einem standardisierten Verfahren durchführt, welches keine Ausnahmen bei Abweichungen des gesundheitlichen Zustands für den Polizeidienst zulässt. Folgende medizinische Untersuchungen werden durchgeführt:

Welche Unterlagen müssen bei der ärztlichen Untersuchung vorliegen?

Bevor du an der ärztlichen Untersuchung teilnimmst, musst du bereits im Vorfeld einige Formulare und Befunde mit deiner Bewerbung einreichen. In der Einladung zur medizinischen Eignungsuntersuchung werden alle Unterlagen aufgelistet, die du mitbringen musst. Zu den Nachweisen, die der polizeiärztliche Dienst benötigt, zählen:

Fahrradergometrie als Fitnesstest im Aufnahmeverfahren

Im Rahmen der polizeiärztlichen Untersuchung wird auch ein Fahrradergometer-Test durchgeführt. Hierbei handelt es sich um ein standardisiertes Belastungs-EKG (Elektrokardiogramm). Bei der Fahrradergometrie wird in erster Linie die individuelle körperliche Leitungsfähigkeit der Bewerberinnen und Bewerber gemessen. Außerdem kann der Polizeiarzt bzw. die Polizeiärztin mit dem EKG feststellen, ob eventuelle Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen oder es gesundheitlichen Einschränkungen beim Bewerber existieren. Für den Polizeidienst wird eine körperliche Fitness und eine ausgezeichnete Kondition verlangt.

Wie läuft der Fahrradergometer-Test ab?

Angeschlossen mit Elektroden an Brust, Armen und Beinen musst du sitzend auf einem Fahrradergometer in die Pedalen treten, dabei wird deine Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems ermittelt. Durch stätig ansteigende Schwierigkeitsgrade auf dem Ergometer wird dein Körper immer höheren Belastungen ausgesetzt, wo am Ende jeder Stufe deine Daten gemessen und ausgewertet werden. Im Zuge dessen wird auch deine Herzstromkurve, dein Puls und dein Blutdruck vom ärztlichen Personal beobachtet.

Anhand deiner Daten (Gewicht und Alter) wird zuerst deine persönliche Belastungsgrenze festgelegt. Diese liegt mehr oder weniger bei einer Herzfrequenz von 220 Schlägen pro Minute minus dem Lebensalter. Zum Vergleich: Im Ruhepuls liegt die Herzfrequenz bei etwa 60-80 Schlägen in der Minute. 

Merke: Die EKG-Belastungsgrenze = Herzfrequenz von 220 Schlägen pro Minute minus dem Lebensalter
Ein Beispiel anhand einer männlichen Person die 25 Jahre alt ist und 75 kg schwer ist:

Die Belastungsstufen beim Fahrradergometer-Test

Der Fahrradergometer-Test ist ein standardisierter medizinischer Test bei den man in der Regel 12-15 Minuten lang in die Pedalen treten muss. Der Ergometertest besteht insgesamt aus sechs Belastungsstufen, die sich alle 2 Minuten erhöhen solange bis die Endstufe erreicht ist. Dabei wird pro Belastungsstufe jeweils um 25 Watt erhöht.

EKG-Belastungsstufen

Bei einer Person die beispielsweise 75 kg schwer ist, sind die Belastungsstufen bei sechs Intervalle à zwei Minuten folgendermaßen getaktet:

Belastungsstufen im Vergleich zum Alltag

Die folgenden Belastungsstufen entsprechen etwa der körperlichen Belastung im Alltag: 

So geht es nach der polizeiärztlichen Untersuchung weiter

Sind sämtliche Untersuchungen beendet findet noch ein kurzes Abschlussgespräch mit dem Polizeiarzt oder der Polizeiärztin statt. Abhängig von deinen Vorerkrankungen oder beigelegten Befunden, kann es vorkommen, dass du noch fachärztliche Attests nachreichen musst oder weitere Untersuchungen angeordnet werden, entweder durch das ärztliche Personal selbst oder durch einen entsprechenden Facharzt.

Ärztliche Untersuchung nicht bestanden, wann darf ich das Auswahlverfahren wiederholen?

Wenn bei der ärztlichen Untersuchung keine körperliche Eignung für den Polizeidienst festgestellt werden kann, bleibt dein Untersuchungsergebnis solange bestehen, bis du befundmäßig belegte neue Tatsachen vorgebracht hast, die deinen medizinischen Ausschlussgrund widerlegen. Wird dir die körperliche Eignung vom Arzt vollends abgesprochen, kannst du das Auswahlverfahren nicht wiederholen.